Irgendwann treffe ich keine Entscheidungen mehr.
Nicht, weil ich es nicht könnte. Sondern weil man mich nicht mehr lässt.

Zwischen Würde, Zeit und Menschlichkeit
Gedanken über Pflege, Alter und das, was wirklich zählt

Dieser Blog ist kein Fachartikel.
Und kein Urteil.
Er ist ein Raum für Gedanken.
Für Beobachtungen aus dem Pflegealltag.
Für Fragen, die selten gestellt werden und Antworten, die nicht immer bequem sind.
Hier schreibe ich über das Älterwerden. Über Pflege, die oft gut gemeint, aber zu selten menschlich ist. Über Altersheime, die Sicherheit bieten und dennoch manchmal etwas Entscheidendes vermissen lassen: Zeit, Beziehung und Würde.
Ich schreibe über SeniorInnen, die kognitiv klar sind und dennoch leise verlieren. Über Angehörige, die ihr Bestes geben und trotzdem an ihre Grenzen kommen. Über Systeme, die funktionieren müssen und Menschen, die dabei oft funktionieren sollen.
Dieser Blog will nicht anklagen.
Er will meine Gedanken und Erfahrungen sichtbar machen.
Er will erinnern, dass hinter jeder Diagnose ein Leben steht.
Hinter jeder Betreuung ein Mensch.
Und hinter jedem Alter eine Geschichte, die es wert ist, gehört zu werden.
Wenn diese Texte berühren, nachdenklich machen oder manchmal auch unbequem sind, dann erfüllen sie ihren Zweck. Denn Veränderung beginnt dort, wo wir wieder hinsehen und zuhören.
Senior:innen und Medikamente.
Ein Thema, über das selten gesprochen wird.
Pflegekräfte mit dünnem Nervenkostüm
sind keine schlechten Menschen.
Sie sind müde.
Wenn man sich selbst nicht mehr helfen kann,
verändert sich alles.
Den ganzen Tag sitze ich am selben Ort.
Am selben Tisch. Mit denselben Menschen.
Vier Wände. Ein Bett. Ein Schrank.
Ein Fenster, das nicht meines ist.
Nicht gekommen, um zu bleiben.
Genau wegen dieser stillen, unsichtbaren Trauer braucht es Orte wie den Sonnenhof, an denen Menschen nicht nur versorgt, sondern gesehen, gehört und verwurzelt bleiben.






