

Weil jeder Tag ein Stück Leben ist. Und jeder Mensch es verdient, ihn zu genießen.
Manchmal beginnt etwas Großes mit einer ganz einfachen Frage.
Muss das wirklich alles sein?
Diese Frage hat mich viele Jahre begleitet.
Ich arbeite seit 2014 mit Menschen. Mit jungen und älteren Menschen, mit Menschen voller Energie und Lebensfreude, aber auch mit jenen, deren Alltag durch Erkrankungen, Verluste oder persönliche Schicksalsschläge plötzlich ganz anders geworden ist.
🌻 Ich habe Menschen kennengelernt, die körperlich eingeschränkt waren, aber einen wunderbaren Humor hatten.
🌻 Menschen, die manchmal nicht mehr wussten, welcher Tag heute ist, aber jedes Lied aus ihrer Jugend mitsingen konnten.
🌻 Menschen, die voller Lebensgeschichten steckten, obwohl ihnen kaum jemand mehr danach fragte.
Und Menschen, die eigentlich alles hatten, was sie zum Leben brauchten – und trotzdem etwas ganz Entscheidendes vermissten.
Gesellschaft. Eine Aufgabe. Das Gefühl, gebraucht zu werden. Und jemanden, der sich wirklich Zeit nimmt.
Meine Schwester Yvonne und ich kommen beide aus der Pflege. Wir kennen die schönen Seiten dieses Berufs, aber auch seine Grenzen.
Wir wissen, wie viel Herzblut Menschen täglich in ihre Arbeit stecken. Und wir haben ebenso erlebt, wie schwierig es ist, jedem Einzelnen in einem eng getakteten Alltag die Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken, die er verdient.
Irgendwann wurde mir klar:
Ich kann nicht das ganze System verändern.
Aber vielleicht kann ich selbst einen Ort schaffen, an dem manches anders sein darf.
Genau daraus ist meine Idee entstanden.
Nicht aus dem Wunsch, eine weitere Pflegeeinrichtung zu eröffnen.
Sondern aus dem Wunsch, einen Ort für das Leben zu schaffen.

Wir werden älter. Aber wann hören wir eigentlich auf, neugierig zu sein?
Wer sagt, dass man mit 75 nichts Neues mehr lernen möchte?
Dass man mit 80 keine Freundschaften mehr schließen kann?
Oder dass ein Mensch mit 90 nicht mehr über einen richtig guten Witz lachen darf?
Warum sprechen wir beim Älterwerden so oft zuerst darüber, was nicht mehr geht?
Warum nicht darüber, was noch alles möglich ist?
Vielleicht braucht es keine großen Abenteuer.
Vielleicht genügt ein gemeinsames Frühstück.
Ein Gespräch, das länger dauert als fünf Minuten.
Ein Stück Holz, aus dem mit eigenen Händen etwas Schönes entsteht.
Ein altes Lied, das plötzlich Erinnerungen weckt.
Ein Brettspiel, bei dem man sich gegenseitig herausfordert.
Oder einfach jemanden, der sagt:
"Schön, dass du da bist. Magst du dich zu uns setzen?"
Genau solche Momente möchte ich möglich machen.

Dein Ankerplatz mitten im Alltag
Ich wünsche mir einen Ort, an dem Menschen gerne zusammenkommen.
Nicht, weil sie müssen.
Sondern weil sie möchten.
Einen Ort, an dem gelacht, geredet, gebastelt, gekocht, gespielt, gelesen, nachgedacht und Neues ausprobiert wird.
An dem man Freunde treffen oder neue Menschen kennenlernen kann.
An dem man sich bewegen darf, ohne sportlich sein zu müssen.
An dem man sein Gedächtnis fordern kann, ohne geprüft zu werden.
An dem man kreativ sein kann, ohne ein Künstler zu sein.
Und an dem man genauso gut einfach eine Tasse Kaffee trinken und die Gesellschaft genießen darf.
Alles darf. Nichts muss.
Bei uns geht es nicht darum, einen Tag irgendwie hinter sich zu bringen.
Es geht darum, ihn bewusst zu erleben.
Mit kleinen Erfolgserlebnissen, mit Gemeinschaft, mit Freude und vor allem mit Selbstbestimmung.
Denn auch im höheren Alter bleibt ein Mensch ein Mensch mit eigenen Vorstellungen, Interessen, Gewohnheiten und Wünschen.
Und genau diese möchten wir ernst nehmen.

Nicht die Diagnose entscheidet, sondern der Mensch
Vielleicht ist jemand körperlich noch sehr fit, fühlt sich aber oft einsam.
Vielleicht hat jemand eine Operation hinter sich und möchte langsam wieder aktiver werden.
Vielleicht ist nach dem Tod des Partners das gemeinsame Leben plötzlich still geworden.
Vielleicht fällt es schwer, allein den Tag zu gestalten.
Oder vielleicht zeigen sich erste Veränderungen des Gedächtnisses.
Auch Menschen mit beginnender Demenz können Freude empfinden, Neues erleben, lachen, mitgestalten und Teil einer Gemeinschaft sein.
Gerade hier möchte ich einen Unterschied machen.
Ich möchte nicht zuerst wissen, was jemand nicht mehr kann.
Ich möchte wissen, was jemand gerne macht.
War er früher ein leidenschaftlicher Handwerker?
Dann finden wir vielleicht eine kleine Tätigkeit mit Holz.
Hat sie immer gerne gekocht?
Dann darf sie, wenn sie möchte, beim Vorbereiten mithelfen.
Liebt jemand Musik?
Dann hören wir nicht nur zu, sondern singen vielleicht gemeinsam.
Ist jemand ein begeisterter Denker?
Dann darf er bei kniffligen Rätseln und Gesprächen gefordert werden.
Denn Förderung bedeutet für mich nicht, Menschen ständig mit Aufgaben zu beschäftigen.
Sondern ihnen Möglichkeiten zu geben, ihre Fähigkeiten, Interessen und ihre Freude am eigenen Tun zu erleben.
Nicht jeder Mensch braucht dasselbe. Aber jeder Mensch verdient es, als Persönlichkeit gesehen zu werden.


Und dann sind da noch die Angehörigen …
Menschen, die oft unglaublich viel leisten.
Still.
Selbstverständlich.
Neben Beruf, Haushalt, Familie und ihren eigenen Sorgen.
Die organisieren, begleiten, zuhören, trösten und manchmal nachts wach liegen, weil sie nicht wissen, wie es weitergehen soll.
Die ihren Vater oder ihre Mutter lieben und trotzdem manchmal erschöpft sind.
Die sich eine Pause wünschen und gleichzeitig ein schlechtes Gewissen haben.
Ich möchte auch für diese Menschen da sein.
Nicht mit erhobenem Zeigefinger.
Nicht mit der Frage, warum sie nicht noch mehr schaffen.
Sondern mit Verständnis.
Sie dürfen auch einmal an sich denken.
Sie dürfen einkaufen gehen, ohne ständig auf die Uhr zu schauen.
Sie dürfen einen Termin wahrnehmen, sich mit Freunden treffen oder einfach einmal durchatmen.
Und sie dürfen darauf vertrauen, dass ihr Angehöriger währenddessen einen schönen, abwechslungsreichen Tag in Gesellschaft verbringt – in dem Rahmen, den wir gemeinsam vereinbart haben und leisten können.
Entlastung bedeutet für mich nicht, einem Menschen seine Verantwortung wegzunehmen.
Sondern gemeinsam Wege zu finden, damit Verantwortung tragbar bleibt.

Warum Körper, Geist und Seele?
Weil wir Menschen nicht aus einzelnen Teilen bestehen.
Ein Spaziergang ist nicht nur Bewegung.
Er kann ein Gespräch ermöglichen, Erinnerungen wecken und ein Gefühl von Freiheit schenken.
Gemeinsames Kochen ist nicht nur die Zubereitung einer Mahlzeit.
Es ist riechen, schmecken, planen, erzählen, lachen und miteinander etwas schaffen.
Basteln ist nicht nur Beschäftigung.
Es kann Kreativität, Geschicklichkeit, Konzentration und Stolz auf das eigene Werk verbinden.
Und ein Gespräch bei einer Tasse Kaffee?
Manchmal ist genau das der schönste Moment eines ganzen Tages.
Deshalb gehören für mich Bewegung, Gedächtnis, Kreativität, Gemeinschaft und seelisches Wohlbefinden zusammen.
Für Körper, Geist und Seele.
Nicht als Leistungsprogramm.
Sondern als Einladung, das Leben mit allen seinen Möglichkeiten zu genießen.

Was wir bewusst nicht sind
Aktiv mit Kerstin ist kein Pflegeheim, keine medizinische Einrichtung und kein Ersatz für notwendige professionelle Pflege.
Wir bieten private Tages-, Alltags- und Freizeitbegleitung sowie Möglichkeiten für Begegnung, Aktivität und gemeinsame Erlebnisse.
Unsere Erfahrungen aus der Pflege prägen unsere Haltung und unseren Blick für die Menschen. Doch im Mittelpunkt unseres Angebots stehen nicht medizinische Behandlungen oder pflegerische Maßnahmen.
Sondern Zeit.
Gemeinschaft.
Aktivität.
Eigenständigkeit.
Und Lebensfreude.
Welche Begleitung möglich und passend ist, besprechen wir gemeinsam und persönlich.

Meine Vision für morgen
Ich träume nicht von einem Ort, an dem einfach möglichst viele Menschen den Tag verbringen.
Ich träume von einem Ort, an dem Menschen am Abend nach Hause gehen und sagen:
"Heute war ein schöner Tag."
Vielleicht, weil sie etwas Neues gelernt haben.
Vielleicht, weil sie wieder einmal herzhaft gelacht haben.
Vielleicht, weil sie jemanden kennengelernt haben.
Vielleicht, weil sie etwas geschafft haben, das sie sich selbst nicht mehr zugetraut hätten.
Oder vielleicht einfach, weil sie ein paar Stunden nicht allein waren.
Ich möchte, dass Menschen bei uns nicht nur Gäste sind.
Sondern Menschen, die dazugehören.
Die mitgestalten dürfen.
Die etwas zu erzählen haben.
Die eigene Ideen mitbringen.
Und die spüren: Auch mein Tag, meine Meinung und meine Fähigkeiten sind wichtig.
Denn das Leben hört nicht auf, schön zu sein, nur weil wir älter werden.
Es verändert sich.
Und manchmal braucht es jemanden, der dabei hilft, neue Möglichkeiten zu entdecken.
Mein Herzenswunsch

Wenn mich jemand fragt, warum ich diesen Weg gegangen bin, ist meine Antwort eigentlich ganz einfach:
Weil ich daran glaube, dass jeder Mensch ein Recht auf Lebensfreude hat.
Unabhängig vom Alter.
Unabhängig davon, ob jeder Handgriff noch so gelingt wie früher.
Unabhängig davon, ob sich das Leben gerade leicht oder schwer anfühlt.
Ich möchte keinen Ort schaffen, an dem Menschen nur betreut werden.
Ich möchte einen Ort schaffen, an dem sie sich lebendig fühlen.
Einen Ort, an dem die Sonnenblume für Lebensfreude steht und der Anker für Halt und Zugehörigkeit.
Einen Ort, an dem man ankommen kann, ohne sich erklären zu müssen.
Einen Ankerplatz fürs Leben.
Und wenn am Ende eines Tages jemand mit einem Lächeln nach Hause geht, dann weiß ich:
Genau dafür hat sich dieser Weg gelohnt.
Aktiv mit Kerstin – Seniorentreff Knittelfeld
Dein Ankerplatz. Für Körper, Geist und Seele. 🌻


Viele Angehörige tragen mehr, als nach außen sichtbar ist. Neben Beruf, Familie und Haushalt sind sie da. Organisieren, begleiten, trösten, entscheiden. Oft leise, oft selbstverständlich, oft bis zur eigenen Erschöpfung. Zeit für sich bleibt kaum, und trotzdem bleibt das Gefühl: Ich müsste noch mehr schaffen.
Wir sehen diese Leistung. Und wir wissen, wie schwer es ist, Verantwortung abzugeben. Deshalb begleiten wir Angehörige mit Respekt, Klarheit und Erfahrung. Wir nehmen ernst, was belastet, hören zu und entwickeln gemeinsam Lösungen, die entlasten, ohne Schuldgefühle, ohne Druck.
Damit Fürsorge nicht auf Kosten der eigenen Kraft geht.

Ein Ort und Haltung zugleich.
Ein Raum, in dem Menschlichkeit wieder spürbar wird. Wo nicht Perfektion zählt, sondern Echtheit. Wo Menschen gesehen, gehört und begleitet werden in ihrem Tempo, mit ihren Bedürfnissen.
Wir haben einen Ort geschaffen, der unterstützt, bevor Überforderung entsteht. Der Struktur gibt, ohne einzuengen. Der Nähe ermöglicht, ohne Grenzen zu verlieren. Der trägt, ohne zu bevormunden.

Unsere Vision, ein dritter Lebensraum
nicht Pflegeheim, nicht Einsamkeit, sondern ein lebendiger, sicherer und liebevoller Mittelpunkt des Tages um abends wieder dorthin zurückkehren zu können, wo ihr Leben verwurzelt ist.
Menschlichkeit im Mittelpunkt
Jeder Mensch ist einzigartig. Wir begegnen SeniorInnen mit Respekt, Wärme und Empathie. Bei uns ist niemand eine Nummer im System, sondern ein Mensch mit Geschichte, Bedürfnissen und Würde.
Ein Ort, der Wärme ausstrahlt
Der Sonnenhof soll sich anfühlen wie ein Wohnzimmer: hell, sicher und liebevoll. Ein Ort, an dem man gerne bleibt, an dem man sich willkommen fühlt. Um diese Atmosphäre zu bewahren, ist unsere Betreuung bewusst auf maximal 20 Personen begrenzt.
Qualität & Fachlichkeit
Klare Strukturen, geschulte Betreuung, Demenzsensibilität und ein professioneller Blick auf Ressourcen und Bedürfnisse bilden die Grundlage unserer Arbeit. Qualität ist für uns kein Schlagwort, sondern gelebter Alltag.
Selbstbestimmung stärken
Was möglich ist, wird unterstützt.
Was schwerfällt, wird achtsam begleitet.
Wir fördern Eigenständigkeit, ohne zu überfordern, und begleiten dort, wo Hilfe gebraucht wird.
Gemeinschaft Leben
Beziehungen sind heilsam. Wir schaffen Raum für Begegnung, Gespräche, Lachen, gemeinsame Mahlzeiten, Erinnerungen und Nähe. Gemeinschaft bedeutet bei uns: gesehen werden und dazugehören.
Entlastung schenken
Angehörige sind ein wichtiger Teil unseres Weges. Wir geben Sicherheit, Vertrauen und Entlastung, damit sie loslassen können, ohne Schuldgefühle tragen zu müssen.

Kein Rückschritt, ein bewusster Schritt nach vorne.
Für SeniorInnen, die ihr Zuhause nicht verlieren wollen. Für Familien, die Entlastung brauchen, ohne loslassen zu müssen. Für alle, die spüren, dass es zwischen "alleine schaffen" und "Pflegeheim" mehr geben muss.
