
Wenn NEIN nicht mehr zählt
Senior:innen und Medikamente.
Ein Thema, über das selten gesprochen wird.
Viele können sich nicht wehren.
Nicht, weil sie nicht verstehen.
Sondern weil sie abhängig sind.
Sie wissen oft nicht genau,
was sie bekommen.
Warum es verändert wurde.
Oder was es mit ihnen macht.
Tabletten werden gereicht,
ohne Erklärung.
Ohne Wahl.
Ohne echtes Gespräch.
Man sagt:
Das ist für Ihre Ruhe, für die Schmerzen. Das ist besser so. Das hilft Ihnen.
Doch was hilft
und was stillt nur?
Manche werden müde.
Andere langsamer.
Wieder andere verlieren ihre Klarheit.
Nicht durch Krankheit,
sondern durch Dosierung.
Und wer fragt, gilt schnell als schwierig.
Wer ablehnt, als uneinsichtig.
Wer sich wehrt, als problematisch.
Dabei geht es nicht um Misstrauen.
Es geht um Selbstbestimmung.
Viele SeniorInnen haben verlernt,
Nein zu sagen.
Weil sie abhängig sind von denen,
die entscheiden.
Sie brauchen Hilfe, ja.
Aber sie brauchen auch Schutz.
Vor Übermedikation.
Vor Bequemlichkeit.
Vor einem System,
das Ruhe manchmal höher bewertet
als Wachheit.
Denn Medikamente können lindern.
Aber sie können auch nehmen:
Klarheit.
Lebendigkeit.
Persönlichkeit.
Und wer sich nicht mehr wehren kann,
braucht Menschen,
die genau hinschauen.
Die fragen.
Die erklären.
Die respektieren.
Würde bedeutet auch,
zu wissen,
was man bekommt
und warum.